Tauchweekend Tessin 28/29.3.2015

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Um 9 Uhr war Treffpunkt an der Autobahnraststätte Bellinzona Nord. Beinahe alle sind pünktlich eingetroffen. Gestärkt mit Kaffee,Sandwiches oder Gipfeli ging es weiter ins Verzasca Tal nach Lavertezzo zum Tauchplatz Pozzo della Misura.

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Chregi hat zwei Sicherungsseile montiert, für den Fall, dass es doch mehr Pfupf hat wie gedacht. Ich als Greenhorn was Flusstauchen anbelangt, war schon etwas angespannt, ob des Abenteuers Flusstauchen. Ich hatte die Worte vom Briefing noch gut im Kopf: Schnell abtauchen und möglichst nahe am Boden bleiben!
Erst sind wir gegen die Strömung Fluss aufwärts getaucht, an den schönen ausgewaschenen Felsen der Verzasca entlang. Das Wasser war sehr klar und mit 5 Grad auch richtig kalt. Das Licht war am Morgen eindrücklich. Wie es spiegelte und funkelte im Wasser. Wir hatten ja Traumbedingungen! Langsam habe ich mich an die ungewohnte Umgebung gewöhnt und mich immer wohler gefühlt. Nun kommt die Genussfase! Such den Fisch, heisst das Spiel. Chregi und ich haben leider nichts gefunden, aber trotz allem war das ein super Tauchplatz mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen.

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Beim Ausstieg wurden wir von Urs und Silvia erwartet.
Der Materialtransfer vom Wasser zum Auto ist nicht ganz ohne. Urs half jedoch allen beim Hochschleppen von Tauchmaterial. Danke Urs für die tolle Unterstützung! Einer musste trotzdem etwas leiden. Es gibt ja Leute die nehmen ihr geliebtes Doppelgerät auch an den Fluss mit und möchten nichts an ihrer Ausrüstung ändern, weil ja alles so schön eingestellt ist. Ja, da war der Spott und das Gelächter gross, als wir oben angekommen sind und durchgeschwitzt waren. „Huch, hast du eine rote Glühlampe“, hat Chregi gesagt. Ich habe keine grossen Worte gefunden, denn ich rang immer noch nach Luft. Gute Miene zum Bösen Spiel machen und schnell abziehen und alles an die Sonne zum Trocknen legen. 

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Leider war das Restaurant Posse noch geschlossen, so dass wir Richtung Tal gefahren sind. Das Mittagsmenu war typisch Tessiner Art und vorzüglich. Anschliessend hat sich tatsächlich jemand getraut, nach Dolce zu fragen. Strahlend hat die nette Wirtin aufgezählt was es alles gibt. Tiramisu, Schockokuchen, Panna Cotta usw. Natürlich konnte ich hier nicht wiederstehen und habe ein Panna Cotta bestellt. Komischerweise haben sich plötzlich auch noch 5-6 andere entschieden etwas Süsses zu essen. Nach dem abschliessenden Espresso haben wir bezahlt und uns auf den Weg zum zweiten Tauchplatz, Pozzo delle Posse 1, gemacht.

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Hier wird es etwas schwieriger runter zu gelangen. Du musst dich ganz nah an den Felsen halten, hat Chregi gesagt. Mir wurde schon etwas mulmig, als ich die Höhendifferenz bis zum Fluss runter sah. Ok, nicht nachdenken und ruhig bleiben, ja keine Blösse zeigen! Unten angekommen war ich froh, dass ich einer der letzten war. Ich hatte Zeit mich von den Strapazen zu erholen. Bis alle ihre Flossen und Masken montiert hatten, verging eine Weile.
Am Einstieg wurde wieder eine Ausstiegsleine montiert. Es ging über einen grossen Stein ins Wasser. Hier war die Wassertiefe ca. 1 Meter. 3 Taucher hatten beim Einstieg Platz sich fertig auszurüsten und anschliessend konnte einer nach dem anderen abtauchen.
Eindrücklich war der Wasserfall ganz hinten. Die Waschmaschine wie Chregi sagt, genoss er in vollen Zügen.Er ist zuhinderst beim Wasserfall aufgetaucht und hat mir an der Oberfläche das Spektakel gezeigt. Atemberaubend, einfach unvergesslich! 

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Nach 36 Minuten waren wir wieder beim Ausstieg. Das ging raz faz. Es hatte ja auch ganz schön Pfupf wie Chregi sagt und es hat uns regelrecht den Fluss runtergespült. 

Aus dem Wasser steht Urs wieder bereit um uns zu unterstützen.Schön gibt es so liebe Menschen, die immer bereit sind zu helfen. 

Wir haben auf der Höhe des Stausees ein Restaurant mit toller Terrasse entdeckt. Hier stillen wir den Durst und geniessen die letzten warmen Sonnenstrahlen. Ein kühles Bier und ein paar Pizzahappen dazu, so macht das Leben Freude und die Schlepperei ist auch schon wieder vergessen.

Logis hatten wir in Losone in einem netten Hotel, von wo wir zu Fuss zum Restaurant gelangten. 10 Plätze haben wir reserviert, wussten wir doch, dass das Lokal immer gut besetzt ist. Alles richtig gemacht, denn es war bis auf den letzten Platz belegt.!

Der heisse Stein hat es fast allen angetan. Hmm war das lecker, sehr zu empfehlen. Leider darf ich nicht sagen wie das Restaurant heisst, denn Wädi hat Angst, dass er das nächste mal keinen Platz mehr hat!
Es war ein sehr gemütlicher und lustiger Abend mit guten Freunden. Schade war Urs nicht im Strumpf. Er war stark erkältet, weshalb er auch nicht tauchen konnte.


Am Sonntag bei einem ausgiebigen Frühstück hatten wir  es schon wieder lustig. Das muss auch der Grund gewesen sein, weshalb nicht ganz alle Unterzieher den Weg zum Auto gefunden haben. Danke Jack!

Am Lago Maggiore entlang, in Brissago über die Grenze nach Italien bis Cannobio. Oberhalb Cannobio, bei Orrido di St. Anna, liegt der nächste Tauchplatz, sehr romantisch und idyllisch.

Auch hier geht ein steiler, steiniger Weg runter an den Fluss. Nicht schwächeln und immer schön stark sein. Wir haben den Fussmarsch schnell hinter uns gebracht und freuten uns auf den einfachen Einstieg über eine Sandbank. Ruhiges klares Wasser haben wir dort angetroffen. Alle haben gehofft, dass wir ein paar schöne Fische sehen werden, denn von oben haben wir bereits ein paar schöne Prachtexemplare gesichtet. 

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Tatsächlich ging es nicht lange und wir haben schöne Bach- und Regenbogenforellen gesehen. Die Schlucht ist sehr eindrücklich und hatte auch ganz schön Zug. Das Licht, die Felsen und die imposante Schlucht waren ein Highlight. Wir sind bis ans Ende der Schlucht hochgetaucht.

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An einigen Orten sind wir regelrecht geroppt, da es schon etwas Strömung hatte. Am Ende der Schlucht ist Chregi an die Wasseroberfläche aufgetaucht und hat mir Zeichen gegeben, ich soll auch hochkommen. Nach kurzer Gedenksekunde habe ich mich auch dazu überreden lassen. Leck mich am A…. war das eine Waschküche, ich habe mich am Felsen gehalten und musste mit aller Kraft mit den Flossen schlagen, um nicht gleich weggespült zu werden. Unglaublich die Kraft, die das Wasser hat und man bedenke, es hat recht wenig Wasser im Moment. Chregi genoss in einer Seelenruhe die ausgewaschen Felsformationen und kam nicht mehr aus dem Schwärmen. Kusi hat das ganze Schauspiel von unten beobachtet und hat sich nach dem Tauchgang köstlich darüber amüsiert wie ich dort am Felsen gezappelt habe. 
Gut konnten wir wieder abtauchen und uns von der Strömung runtertragen lassen. Nach 56 Minuten war der ganze Spass vorbei. Ausser Jack und Wädi, die haben eine extra Runde mit ihren Kameras gemacht. 

Nach einer feinen Pizza in Cannobio sollte ein letzter Tauchgang an der Sandbank in Tegna das Weekend abschliessen.
Der Einstieg hier war am einfachsten und der Weg kurz. Die Maggia hatte wenig Wasser und wir waren voller Erwartung.

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Chregi und Wädi haben von einer riesigen Forelle in einer Höhle erzählt. Nur leider haben wir diese nicht gefunden.
Der Kanal war schön ausgewaschen und spektakulär zu betauchen. Es war zwar ein auf und ab und es hatte auch ein zwei Engstellen an denen wir uns durchzwängten, fast wie beim Höhlentauchen. An einer Stelle konnten wir nicht durch die Felsöffnung tauchen, denn ein grosser Baumstamm versperrte uns den Weg. Kurzer Hand ist Chregi wie eine Robbe über die Felsen gerobbt um auf der andern Seite wieder abzutauchen. Ich habe es nachgemacht, auch mit Doppelgerät am Rücken. 

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Nach knapp 60 Minuten sind wir aus der Maggia raus und waren alle etwas erschöpft.

Nun noch schnell irgendwo einen Dessert nehmen und die Erlebnisse in den Logbüchern verewigen.

Huere geil würde Chregi sagen!! Es war ein tolles Tauchweekend, mit vielen neuen Eindrücken, super organisiert, mit guten Leuten und feinem Essen! Danke allen die dazu beigetragen haben. 

Bericht: Pascal

Fotos: Wädi und Fritz

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