Seealpsee 16./17.09.2006

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Tauch- und Wanderweekend im Appenzellerland

Tauchen im Bergsee, das Gepäck wird hochgefahren. Wenn das nicht viel versprechend ist? Für mich war natürlich klar, dass ich mich der Tauch- und nicht der Wandergruppe anschliessen werde. Ja toll, spätestens nach dem Mail mit der genauen Beschreibung, wie am Wochenende alles ablaufen soll, begriff auch ich, dass man ohne Wandern gar nicht zum See kommt, in dem wir tauchen wollten. Als Peter und ich zum Treffpunkt kamen, war auch klar, wer alles mitkam. Da sassen: Carla, Fritz, Roger, Andi, Tashi und Madeleine mit Hund, Markus und Daniela. Chregi hatte für ein Wochenende vom Taucher zum Pflegedienst gewechselt, da Simon am Tag vorher krank geworden war. Unser nächster Treffpunkt war Wasserauen. Dort holte der Chef des Berghotels in dem wir übernachteten unser ganzes Tauchpuff ab. Es sah aus, als ob wir auswandern wollten.

Dann ging's los. Zuerst einen Wiesenweg hinauf bis in den Wald und dann, dann wurde der Wanderweg zum Treppenweg.

Bild 1Stufe um Stufe, eine höher wie die andere, hievten wir uns nach oben. Nach ca. 1 ½ Stunden auf der Höhe vom See verzweigte sich der Weg. Fritz, der das ganze rekognosziert hatte, erklärte uns, dass der eine Weg in ca. 30 Min. geradewegs zu unserem Berghotel führt. Der zweite Weg geht über eine kleine Anhöhe, der Felswand entlang, bis zum anderen Ende des Sees führt. Einige fragten skeptisch, wie hoch diese Anhöhe sei. Fritz versicherte uns, nur noch bis zur nächsten Kurve, dann ginge alles gerade aus. Nach diesen Worten entschlossen sich alle mitzugehen. Nach etwa 10 Min. nur steil bergauf fragten die Ersten, wann es dann endlich geradeaus gehe. Fritz's Antwort: "Nach der nächsten Kurve". Dies wiederholte sich 3, 4 Mal, bis definitiv niemand mehr glaubte, was Fritz sagte, sondern nur noch lachte.



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Als wir endlich auf der Anhöhe waren, wurden wir bei schönstem Wetter durch eine fantastische Aussicht entschädigt. Ca. 500 Meter unter uns lag der Seealpsee.

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Im See sah man Felsbrocken unter Wasser, was eine sehr gute Sicht versprach und wir freuten uns alle auf den bevorstehenden, wohl verdienten Tauchgang. Doch zuerst war noch Picknick angesagt. Dabei zeigte uns Fritz auf der gegenüberliegenden Talseite den Weg von Morgen, der uns auf die Ebenalp führen würde. Nun wusste ich, warum im Internet stand: anspruchsvolle Bergwanderung. Madeleine sagte spontan: "Hoffentlich regnet es". Der Weg zum See führte uns unter einem eindrücklichen Felsüberhang steil hinunter.

Bei der Hütte angelangt, war natürlich ein Dessert angesagt. Der Tauchgang war dann nicht sehr spektakulär. Die Sicht war nicht erwartungsgemäss, da die Felsen, die wir von oben im Wasser gesehen hatten, nur etwa 10 cm unter der Wasseroberfläche lagen. Wir fanden eine kleine Wand, aber der Boden war schlickig und die Fische versteckten sich gut. Anschliessend bei einer geselligen, lustigen Runde auf der sonnigen Terrasse war für einige bereits die nächste Zwischenverpflegung fällig. Für das feine Nachtessen dislozierten wir dann in die Gaststube. In Anbetracht der gemütlichen Atmosphäre und der amüsanten Tischgespräche aber vor allem auch weil die Sicht nicht besser war, entschloss sich nur ein 3er Team zu einem Nachttauchgang. Dieser fand bei Regen statt, und die Grösse der Forellen- Beschreibungen, die sie sahen, hätte nicht unterschiedlicher sein können.

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Die Nacht fiel bei den einen länger, bei den anderen kürzer aus. Nur eines war bei allen gleich, es regnete ununterbrochen und der See war braun wie Milchkaffee. So war die Situation am nächsten Morgen für alle klar: Ausschlafen, gemütlich z'mörgele und auf direktem Weg zum Auto. Petrus meinte es wirklich gut mit uns. In dem Moment, als wir zum Losmarschieren bereit waren, hörte es auf zu regnen. Doch das Wasser kam den Weg hinunter und uns wurde gesagt, dass der Wanderweg nach Wasserauen gesperrt sei, da unterwegs 4 Bäche den Weg überspülten. Bis zur Alphütte, wo einige Käse kauften, gingen wir gemeinsam. Ein Teil wagte dann trotzdem den Wanderweg hinunter zu gehen, was sie auch mit Weitsprüngen über die Bäche schafften. Die anderen gingen dem Strässchen entlang zurück zum Parkplatz. Nachdem das ganze Gepäck wieder in die einzelnen Autos umgeladen und verstaut war, war bereits wieder Wirtschaftszeit.

Der Heimweg war individuell. Einige machten bei guter Sicht noch einen schönen Tauchgang im Zürichsee.

Es war ein sehr schönes und spezielles Wochenende.

Vielen Dank Fritz für deine gute Organisation.

Text: Beatrice Renggli
Fotos: Fritz Walther